Für den vierten Tag unseres Istanbul Aufenthaltes standen zwei To-Dos auf dem Programm: Die Besichtigung des Galata-Turms und ein Bummel über die wohl bekannteste Einkaufsstraße der Stadt, die Istiklalstraße, die in den berühmten Taksim-Platz mündet.
Der Galata-Turm liegt in Galata, einem Viertel des Istanbuler Stadtteils Beyoğlu.
Die Genueser errichteten 1348–49 an der höchsten Stelle Galatas einen neuen Turm als „Christusturm“ und nutzten den Hügel als Festung zur Verteidigung der Genovesischen Kolonie Galatas gegenüber von Konstantinopel.
Nach einer wechselhaften Geschichte und diverser Nutzungsformen restaurierte der Architekt Köksal Anadol den Turm 1967 und stellte den Originalaufriss nach vielen Jahren wieder her – so, wie wir ihn heute kennen.
Wir sind mit der Straßenbahn nach Galata gefahren, haben dabei die vielbeschriebene Brücke über den Bosporus passiert, auf der bei jedem Wetter immer Angler dabei zu beobachten sind, nach den Leckereien der Meeresenge zu fischen.
Nach der Brücke kam unser Stopp und wir durften die letzten Meter Richtung Turm laufen. Gut ausgeschildert und weithin sichtbar war es einfach, zum Turm zu gelangen, aber sehr steil, denn es ging wirklich bergauf!
Ich persönlich war sehr dankbar für die Gelegenheit, den Turm mit einem Aufzug befahren zu können, hoch und auch wieder runter – aber innerlich hatte ich mich bereits auf den langen Aufstieg vorbereitet, wollte unbedingt die berühmte Aussicht vom Turm live erleben, hatte also Glück mit der Technik.
Oben angekommen mit dem Fahrstuhl durften wir noch ein weiteres Stockwerk über eine hölzerne Wendeltreppe erklimmen, bevor wir zum obersten Turmraum mit Zugang zur Aussichtsplattform gelangten.
Der Blick, der sich von hier oben bietet ist wirklich klasse! Eigentlich handelt es sich um einen äußeren Umgang, der die Besucher rings um den Turmzylinder führt und so einen 360° Ausblick erlaubt. Weit über den europäischen und asiatischen Teil Istanbuls und rings um den Turm konnten wir schauen, auch wenn wir kein super-optimales Wetter hatten an diesem diesigen Tag.
Hinunter ging es dann über die vielen Stufen des Turmes – also für mich nicht, ich durfte den Lift nehmen, aber meine Familie hatte den Auftrag, Interessantes auf dem Weg nach unten mit der Kamera festzuhalten – und da gab es so einiges!
Nun hatten wir Eindrücke in luftiger Höhe gesammelt und machten uns auf, die Istiklalstraße zu besuchen, eine der bekanntesten Einkaufsstraßen im Istanbuler Altstadtgebiet.
Läden und Einkaufspassagen aller bekannten und weniger bekannten Modelabel reihen sich hier an alteingesessene Händler und Restaurants. Ein irrsinniges Gewusel von Menschen aller Nationalitäten und Altersgruppen kommt auf der Itsiklalstraße zusammen. Da kann man den Schaffnern der Taksim Tünnel Bahn nur ein Kompliment aussprechen für ihre Nervenstärke!
Das Ende der Istiklalstraße sozusagen ist der Taksim-Platz, den wir aus den Medien kennen: Wenn die Bürger Istanbuls demonstrieren, dann dort.
Wir fanden ihn friedlich vor und konnten uns in der Nachmittagssonne bei türkischen Süßigkeiten und leckeren Getränken vom Bummeln erholen und die Passanten des Platzes an uns vorbei ziehend beobachten.
Ich gestehe, dass wir auch eine paar Meter mit der kleinen roten Bahn gefahren sind, der Taksim Tünnel, einfach, weil es ein einmaliges Istanbul- Erlebnis ist und weil wir echt erledigt waren vom Bummeln.
Auf dem Rückweg zur Straßenbahnhaltestelle galt das gleiche wie auf dem Weg zum Galata-Turm, nur umgekehrt: Es ging mächtig bergab! Wir hatten aber einen schönen Abendspaziergang durch Galata und konnten so die letzten Eindrücke sammeln von einem lebendigen und kunterbunten Viertel.