Oh du lieber Augustin!

Der „Liebe Augustin“ feiert sein 100-jähriges Jubiläum

Horst Wolfram Geißler (1893- 1983) liebte den Bodensee, seine Umgebung und seine Menschen. Und all‘ diese Liebe erkennt man in seinem unnachahmlichen Roman „Der Liebe Augustin. Die Geschichte eines leichten Lebens“ wieder.

1921 aus Geißlers Feder geflossen, 1959 sogar verfilmt, findet Augustin Sumser bis heute eine begeisterte Leserschaft und dabei Menschen, die ihn so sehr ins Herz schließen, dass sie kaum glauben mögen, der liebe Augustin sei nur eine Romanfigur und deshalb eben nie real gewesen.

All diese Liebhaber der Augustingeschichte können nun mit der neuen Kostümführung eintauchen in das Lindau des August Sumser. Erzählt aus der Perspektive einer guten Bekannten des lieben Augustin zu Beginn des 19. Jahrhunderts, lassen wir an den Originalschauplätzen seine Lebens- und Liebesgeschichten an uns vorüber ziehen und erleben so ganz nebenbei die turbulente Stadtgeschichte Lindaus von der Freien Reichsstadt des Rokoko bis in die Zeit der ersten Dampfboote während Lindau bereits dem Bayrischen  Königreich angehört. Ganz nebenbei werden die Umwälzungen in Europa gestreift, die die Napoleonischen Kriege so mit sich brachten. Die Kenntnis des Romans „Der liebe Augustin“ von Horst Wolfram Geißler in nicht notwendig, um die Kostümführung genießen zu können – aber mit der Geschichte Augustins im Herzen eröffnet sich dem Einzelnen vielleicht eine ganz neue und persönliche Perspektive auf Lindau.

Familien Willkommen!

Erfahren Sie bei dieser Kostümführung auf humorvolle, fundierte und wohl vermittelnde Weise, wie der Lebensalltag im Lindau des 16. Jahrhundert ausgesehen haben mag und welche heute noch sichtbaren Veränderungen die Stadt damals ganz aktuell geprägt haben.

Diese Stadtführung ist für Familien mit Kindern konzipiert. Die Führungsinhalte werden kindgerecht vermittelt, damit auch die Jüngeren mehr über unsere schöne Inselstadt erfahren können, ohne sich dabei überfordert  zu  fühlen.

Selbstverständlich sind auch wissbegierige junggebliebene Erwachsene willkommen!

Die Nichte des Nachtwächters

Kostümführung

Immer dann, wenn es ihrem Oheim Konrad nicht möglich ist, seinen Dienst als Nachtwächter pünktlich zum Einbruch der Dunkelheit in Lindau anzutreten – weil er mal wieder dem guten Bodenseewein zu sehr zugesprochen hatte oder dem Schnaps – dann nimmt ihm seine Nichte Christel die erste Runde durch die Stadt ab, denn Nächte ohne Nachtwächter waren undenkbar, waren sie doch für die Sicherheit der Stadt und die ungefährdete Nachtruhe ihrer Bewohner verantwortlich. Und Christel kennt sich aus: aufgewachsen in einem Haushalt von Wächtern und verheiratet mit dem Hochwächter des Grünen Turms, kann sie kundig ihren Onkel vertreten – und die Wächterkollegen drücken dabei eine Auge zu.

Entdecken Sie mit der Nichte des Lindauer Nachtwächters zum  Einbruch der Dunkelheit die Inselstadt, durchstreifen gemeinsam die dunklen Gassen und halten dabei Ausschau nach Feuersglut, Halunken und Zechern. Erfahren Sie dabei auf ihrer Runde allerhand Wissenswertes über den Beruf des Nachtwächters und seiner Kollegen der Türmer bzw. Hochwächter und über die Geschicke der freien Reichsstadt Lindau im Jahre des Herren 1560 – und über viele Epochen hinweg.

Der Bodensee als Handelsdrehscheibe über die Jahrhunderte

Der Bodensee als Handelsdrehscheibe über viele Jahrhunderte

Der Bodensee –  das größte Binnengewässer Europas – diente Handeltreibenden zu allen Zeiten  als Verkehrsweg und war dabei das verbindende Element der Handelsrouten von Norden nach Süden, über die Alpen und darüber hinweg.

Lake Constance as a trading hub for many centuries

Lake Constance – the largest inland water in Europe – has served traders as a transport route at all times and was the connecting element of the trade routes from north to south, across the Alps and beyond.

Textauszug: „[…] Trade and traffic are always closely related. They are mutually dependent.  Both land and waterways were available for trade. In view of the often very poor condition of the roads, wherever possible, even small rivers and bodies of water were used for the transport of goods and preferred overland. All the more so since waterways were easier and cheaper to maintain and were suitable for easier, faster and, above all, more convenient transportation of even heavy and so-called „bulk goods“.  […]